A Fat Person goes to the Doctor
A Fat Person goes to the Doctor, Veronika Merklein 11’
„When I was going through cancer treatment, the doctor said: Maybe this will help you lose weight.” Ein echter Brüller. Gelächter vom Band. Veronika Merklein sitzt im Wartezimmer und blättert ungerührt in einer Illustrierten, während sich Erzählungen von Depression und Kollaps nach einer Radikal-Diät auf schwarzen Folien aneinanderreihen. Für A fat person goes to the doctor hat die bildende Künstlerin Merklein Erfahrungen von mehrgewichtigen Menschen im Gesundheitssystem gesammelt und zu einer Videoperformance verarbeitet. Die Erzählungen verdeutlichen schmerzhaft, dass Dickendiskriminierung im schlimmsten Fall sogar lebensbedrohlich sein kann. Was Merklein als filmische PowerPoint-Präsentation visualisiert, belegen inzwischen zahlreiche Studien: Mehrgewichtige Menschen leiden nicht nur unter dem Stress, den Diskriminierungserfahrungen verursachen, sie erfahren im Gesundheitssystem oft auch eine qualitativ schlechtere Behandlung. Verstauchter Köchel? Erst mal abnehmen. Erhöhter Blutdruck? Kann bloß am Körpergewicht liegen. Seine Wucht entwickelt A fat person goes to the doctor aus der immergleichen, scheinbar teilnahmslosen Vortragsweise Merkleins, durchsetzt von künstlichem Gelächter, das einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt. Alles nur ein Witz – solange man selbst nicht die Pointe ist.
Regie: Veronika Merklein
Konzept & Realisation: Veronika Merklein
Kamera: Mika Aloisia Sattler
Sound Mastering: Moritz Heidegger
Performer*in: Veronika Merklein
Assistenz: Isabella Fellinger
Mit Unterstützung von: Bildrecht
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